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Feedback in Zeiten von hybriden Teams


Was macht „gutes“ Feedback aus? Wie etabliert man eine gute Feedbackkultur im Unternehmen nachhaltig? Und wie kann man den Feedback-Bedürfnissen aller Generationen gerecht werden? Diese und weitere Fragen haben wir Antonia Wälzholz – der Co-Founderin & CEO von up.lftd – im Vorfeld ihres Vortrags auf der SAATKORN Online Konferenz am 29.09.2022 I 13:00–13:40 Uhr gestellt.

Wie war es um die Feedbackkultur im DACH-Raum vor der Pandemie bestellt? Und wie hat die Pandemie bzw. die Umstellung vieler Arbeitsplätze auf fully remote oder hybrid die Feedbackkultur verändert? Vor welche Herausforderungen wurden / werden Unternehmen gestellt?

„Klassischerweise gibt es in den meisten Unternehmen ein- bis zweimal im Jahr Mitarbeitergespräche, in denen Feedback gegeben wird und häufig auch eine Bewertung stattfindet. Das war vor der Pandemie schon so, und ist in den meisten Unternehmen heute noch immer so. 

Informelles Feedback erfolgte vor der Pandemie tatsächlich meist “auf Zuruf”, nach einem Meeting beim gemeinsamen Gang zur Kaffeemaschine etc. Ob das wirklich stattfand und in welcher Qualität, hing häufig von der Führungskraft ab. 

In unserer heutigen “fully remote” oder “hybriden” Welt finden die formellen Feedbackgespräche oft immer noch nur ein- bis zweimal im Jahr statt. Aber auf einmal fehlen die vielen kleinen Austauschmöglichkeiten für informelles Feedback, da wir nicht mehr jeden Tag alle nebeneinandersitzen und auch der gemeinsame Gang über den Flur nicht mehr stattfindet. 

Das merken wir in der Zusammenarbeit: Wir verlieren uns schneller aus den Augen und vergessen zwischen “back-to-back” Zoom-Meetings, uns gegenseitig kurzes Feedback zu geben. Und es entstehen dadurch andere Arten von Verzerrungen, denn wir nehmen die Personen, denen wir vor Ort begegnen, häufig positiver wahr als die Personen, die online am Meeting teilnehmen. Das stellt sowohl die Mitarbeitenden als auch die Führungskräfte vor große Herausforderungen, weil sich die Rahmenbedingungen so stark geändert haben. Das, was vorher funktioniert hat, läuft auf einmal nicht mehr so rund.“

Was macht „gutes“ Feedback aus? Auf welche Art und in welcher Form sollte Feedback nicht gegeben werden?

„Gutes Feedback ist eine Mischung aus Lob, für Dinge, die wir gut machen, und Entwicklungsfeedback, aus dem wir lernen, was wir besser oder anders machen können. Feedback sollte zeitnah, objektiv, handlungsorientiert, ehrlich und wertschätzend gegeben werden – und am besten nicht nur einmal im Jahr und auch am besten nicht nur von der direkten Führungskraft, sondern tatsächlich von all den Personen, mit denen wir zusammenarbeiten. Denn jede Person hat eine einzigartige Perspektive, aus der wir lernen können.“

Hast du eine Empfehlung, um eine gute Feedbackkultur nachhaltig in einem Unternehmen zu etabliert? Wie holt man alle mit ins Boot (Führungskräfte und Mitarbeitende) und transponiert die Wichtigkeit auch an jene, die von Veränderungen bei der bestehenden Feedbackkultur nicht überzeugt sind?

„Wie bei allem gilt: Übung macht den / die Meister:in. Wir alle müssen unseren Feedback-Muskel trainieren und alle gemeinsam daran arbeiten, dass wir uns gegenseitig Feedback geben, uns wertschätzen und es annehmen. Das geschieht nicht über Nacht, sondern durch viele Wiederholungen – wie beim Sport. 

Es fängt mit Training an, damit wir lernen, warum Feedback wichtig ist und wie wir es am besten geben sollten. Dann geht es darum, Gewohnheiten entstehen zu lassen, indem wir das Gelernte täglich anwenden, dadurch Praxis bekommen und unseren Feedback-Muskel stärken. 

Und es ist sehr wichtig, dass alle – und vor allem auch die Führungskräfte – mitmachen und eine gute Feedbackkultur vorleben. Denn Führungskräfte prägen in ihren Teams die Kultur in der täglichen Zusammenarbeit. Wie so oft ist das Middle Management eine der wichtigsten Ebenen, um eine gute Feedbackkultur langfristig zu etablieren.“

Was ist deine Meinung: Wie schätzt du die Bedürfnisse der GenZ (und der kommenden Generationen) in Bezug auf Feedback ein? Wie kann man die verschiedenen Bedürfnisse der unterschiedlichen Generationen in Bezug auf Feedback vereinen?

„Das Thema ist wirklich sehr spannend. Meiner Meinung nach haben viele Personen der jüngeren Arbeitnehmer:innen-Generationen in Bezug auf Feedback andere Anforderungen und Ansprüche. Sie fordern häufig mehr und direkteres Feedback ein, und möchten gleichzeitig das Gefühl haben, wertgeschätzt zu werden. Sie wollen häufige Check-Ins mit ihren Führungskräften, und stellen die persönliche Weiterentwicklung in den Fokus. Ältere Arbeitnehmer:innen-Generationen sind oft längere und formellere Feedback-Zyklen gewohnt. Aber auch sie möchten das Gefühl haben, wertgeschätzt zu werden und dass ihre Leistung anerkannt wird. Meiner Meinung nach profitiert jede Person von Feedback, unabhängig davon, aus welcher Arbeitnehmer:innen-Generation sie ist. Es geht darum, auf Augenhöhe und wertschätzend zu kommunizieren. Wenn das gelingt, dann zeigen wir durch Feedback. Ich schätze Dich als Person und bin an Dir interessiert, daher möchte ich Dir mit Feedback helfen. Und dann können verschiedene Bedürfnisse in Einklang gebracht werden.“

Was werden die Teilnehmer:innen aus deinem Vortrag am 29.09.2022 mitnehmen? Wer und warum sollte deinen Vortrag nicht verpassen?

„Wir alle wissen, wie schwer es ist, gute Mitarbeiter:innen zu bekommen und im Unternehmen zu halten. Und Studien zeigen uns: Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind ein erheblicher Faktor dafür, ob Mitarbeiter:innen bleiben oder gehen. Das gepaart mit der neuen hybriden/remote Arbeitswelt? Wir müssen etwas dafür tun, dass Feedback und People Development gut funktionieren. Daher ist es ungemein wichtig, sich damit zu beschäftigen: Wie gelingt gutes Feedback in hybriden Teams? Worauf können wir im Alltag achten? Welchen Beitrag können digitale Tools dafür leisten? Selbst von kleinen Anpassungen können wir alle profitieren – Gedankenanstöße und Lösungsansätze dazu zeige ich in meinem Vortrag.“

Klingt das Thema für dich spannend? Dann sichere dir gleich deinen kostenfreien Konferenzplatz und sei live dabei, um Antonia Wälzholz deine eigenen Fragen zu stellen und dir gleichzeitig die Aufzeichnung, das Handout und ein Goodie von up.lftd zu sichern. Wir freuen uns auf dich!