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Warum ein Drittel schon mal wegen der Führungskraft gekündigt hat 

LinkedIn Top Voice Selina Schröter im Talk mit Gero Hesse: Warum Führung über Bleiben oder Gehen entscheidet – und Generationen-Labels dabei wenig helfen. 

Wie viel Gewicht hat eine Führungskraft für die Entscheidung, in einem Unternehmen zu bleiben oder es zu verlassen? Selina Schröter, LinkedIn Top Voice und ehemals acht Jahre im jungen Employer Branding bei Siemens tätig, sprach im Talk mit Gero Hesse auf der 4INSIDER | SAATKORN Online Konferenz über genau diese Frage – und darüber, was junge Talente beim Berufseinstieg wirklich brauchen. 

Was bedeutet “Führung als Grund zu gehen oder zu kommen”? (Definition) 

Der Begriff beschreibt, dass Führungskräfte maßgeblich darüber entscheiden, ob Mitarbeitende einem Unternehmen treu bleiben oder es verlassen. Eine Live-Umfrage im Talk ergab: 36 Prozent der Teilnehmenden haben schon einmal wegen einer Führungskraft gekündigt – umgekehrt kann eine überzeugende Führungspersönlichkeit ebenso ausschlaggebend dafür sein, ein neues Jobangebot anzunehmen. 

Warum Generationen-Labels selten weiterhelfen 

Selina Schröter distanziert sich bewusst davon, Verhalten pauschal einer Generation zuzuschreiben. Sinnvoller sei der Blick auf Lebensphasen: Junge Menschen am Anfang ihrer Ausbildung stecken in einer Phase großer Umbrüche – nach Jahren eines relativ vorgegebenen Schulsystems treffen sie erstmals eine eigenständige berufliche Entscheidung und erleben dabei häufig eine Art Fear of Missing Out, ob diese Wahl wirklich die richtige war. 

Was junge Menschen in der Einstiegsphase wirklich brauchen 

Aus eigener Erfahrung als Auszubildende und spätere Ausbilderin bei Siemens beschreibt Selina Schröter, was in dieser unsicheren Phase besonders zählt: Zuspruch und Bestätigung des eigenen Bauchgefühls, eine persönliche Ansprechperson, die den Menschen als Individuum sieht, und das Gefühl, gemeinsam entwickelt zu werden, statt von Anfang an fertige Antworten liefern zu müssen. Entscheidend ist ein partizipativer statt autoritärer Führungsstil – mehr Coaching und Begleitung als starre Hierarchie. 

Warum pauschale Benefits kaum überzeugen 

Gehalt bleibt laut Selina Schröter ein klassischer Hygienefaktor, oft an erster Stelle genannt – nicht aus Bequemlichkeit, sondern wegen konkreter finanzieller Realitäten wie teurem Wohnraum in Großstädten. Sind solche Grundvoraussetzungen erfüllt, entscheidet meist das Bauchgefühl aus dem gesamten Bewerbungsprozess. Vage Formulierungen wie “flexible Arbeitsbedingungen” hält sie für wenig hilfreich; überzeugender sind konkrete, ehrliche Aussagen, etwa zu Mitspracherecht bei der Schichtplanung. Ebenso wichtig: eine individualisierte Kommunikation pro Berufsbild statt pauschaler Werbebotschaften. 

Eigenverantwortung braucht psychologische Sicherheit 

Eigenverantwortung entsteht laut Selina Schröter nicht im luftleeren Raum, sondern durch offen kommunizierte Erwartungen – etwa klar zu benennen, welche Aufgabe eine Person in welchem Zeitraum selbstständig übernehmen soll. Genauso entscheidend ist psychologische Sicherheit: Nur wer weiß, dass Fehler in der Ausbildungsphase erlaubt sind, entwickelt die Bereitschaft, eigenverantwortlich zu handeln. Ständige Kritik oder Einschränkung erschwert dagegen die Entwicklung von Eigeninitiative erheblich. 

Häufige Fragen zu Führung, Retention und Ausbildung 

Wie stark beeinflussen Führungskräfte Kündigungsentscheidungen? Laut einer Live-Umfrage im Talk hat rund ein Drittel der Teilnehmenden schon einmal wegen einer Führungskraft gekündigt. Führung kann ebenso ein Grund sein, ein Jobangebot anzunehmen. 

Warum sind Generationen-Zuschreibungen problematisch? Weil sie Individuen in Schubladen stecken, obwohl Unterschiede oft eher mit der jeweiligen Lebensphase als mit dem Geburtsjahrgang zusammenhängen. 

Was brauchen junge Menschen beim Berufseinstieg besonders? Zuspruch, eine persönliche Ansprechperson, die sie als Individuum wahrnimmt, und einen partizipativen statt autoritären Führungsstil. 

Warum reichen allgemeine Benefit-Versprechen oft nicht? Weil vage Begriffe wie “flexible Arbeitsbedingungen” keine konkrete Vorstellung vermitteln. Konkrete, ehrliche Aussagen schaffen mehr Vertrauen und sprechen die passenden Kandidatinnen und Kandidaten gezielter an. 

Fazit: Führung entscheidet über Bleiben oder Gehen 

Ob Menschen einem Unternehmen treu bleiben oder es verlassen, hängt maßgeblich von der Führungskraft ab, mit der sie direkt zusammenarbeiten. Wer jungen Talenten von Anfang an Zuspruch, echte Ansprechpersonen und psychologische Sicherheit für Eigenverantwortung bietet, legt den Grundstein für langfristige Bindung. 

Dieser Artikel basiert auf dem Talk von Selina Schröter und Gero Hesse bei der 4INSIDER | SAATKORN Online Konferenz. Die vollständige Aufzeichnung findest du in unserer 4INSIDER Mediathek. 

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