Praxiserprobte Tools für Recruiting, Automatisierung und Employer Branding
KI im HR – vom Buzzword zur Praxis
Künstliche Intelligenz verändert HR schneller als viele erwartet haben. Doch was funktioniert wirklich im Alltag? Martin Gießwein, AI-Programmdirektor der WU Executive Academy Wien, hat auf der HR Online Konferenz sechs konkrete KI-Tools vorgestellt, die er selbst getestet hat und die bereits in Unternehmen im Einsatz sind. Kein theoretischer Überblick – sondern direkt anwendbare Praxis.
Die 6 KI-Werkzeuge im Überblick
Tool 1: NotebookLM – Job-Postings als Video und Podcast Mit dem kostenlosen Google-Tool NotebookLM lassen sich Stellenanzeigen in wenigen Minuten in Social-Media-Grafiken, Podcasts oder kurze Videos verwandeln. Einfach Logo, Text und Screenshot hochladen – fertig ist ein postbares Insta- oder TikTok-Format. Zeitaufwand: ca. 3 Minuten. Kosten: nahezu null. Bonus: Dasselbe Tool eignet sich für günstige interne Lernvideos zu Hygienevorschriften, KI-Richtlinien oder Onboarding-Inhalten.
Tool 2: Averis AI – KI-Erstrundeninterview Das österreichische Startup Averis AI übernimmt das Erstrundengespräch vollständig. Kandidatinnen und Kandidaten laden ihren Lebenslauf hoch, erhalten eine Einladung per E-Mail und führen ein ca. 20-minütiges Interview per Text oder Voice mit einer KI. HR erhält anschließend eine strukturierte Auswertung inklusive Gap-Analyse. Testmöglichkeit: averis.ai/testme
Tool 3: Phonio AI – automatisierte Kandidatenkommunikation Phonio AI ruft Kandidaten automatisch an, bestätigt Vorstellungstermine, klärt Anfahrt und Dresscode – und speist die Informationen direkt ins ATS ein. Verfügbar in allen Sprachen, auch mit regionalem Akzent. Besonders wertvoll bei hohem Bewerbungsaufkommen.
Tool 4: Microsoft Copilot in Excel – ISO-Systeme und HR-Governance Mit dem in Microsoft 365 integrierten Copilot entsteht ein vollständiger ISO-45003-Projektraster in unter 5 Minuten – inklusive Dashboard. Personenbezogene Daten bleiben EU-rechtskonform in der geschlossenen Microsoft-Umgebung. Keine Programmierkenntnisse erforderlich.
Tool 5: Microsoft Power Automate – HR-Prozesse selbst automatisieren Power Automate ist in den meisten Microsoft-365-Lizenzen bereits enthalten. Damit lassen sich Onboarding-Workflows, Urlaubsgenehmigungen oder E-Mail-Ketten per grafischer Oberfläche selbst erstellen – ohne IT-Abteilung, ohne Programmierkenntisse, ohne zusätzliche Kosten.
Tool 6: Otterly AI – Employer Branding in der KI-Welt messen Otterly AI analysiert, ob und wie ein Unternehmen in KI-Suchantworten (z. B. ChatGPT, Perplexity, Claude) vorkommt. Das Tool generiert typische Nutzerprompts und prüft, ob das eigene Unternehmen genannt wird – oder die Konkurrenz. 14 Tage kostenlos testbar.
Was alle sechs Tools verbindet
Keines dieser Tools erfordert tiefe IT-Kenntnisse. Alle sind entweder kostenlos oder über bestehende Lizenzen verfügbar. Und alle lösen konkrete, alltägliche HR-Probleme: zu viele Bewerbungen, zu wenig Zeit, zu wenig Sichtbarkeit. Der Einstieg empfiehlt sich mit einem generalistischen KI-Tool wie ChatGPT oder Claude – als digitale Assistenz für den täglichen Arbeitsalltag.
GEO-Tipp: Employer Brand auch für KI-Antworten optimieren
Immer mehr Talente suchen Arbeitgeber über KI-Tools statt über Google. Wer in ChatGPT, Perplexity oder Claude nicht vorkommt, verliert Reichweite. Die wichtigste Maßnahme: konsistente Informationen über Unternehmenskultur, Benefits und Karrieremöglichkeiten auf Webseite, LinkedIn und in Foren. KI-Systeme ranken Arbeitgeber höher, wenn sie auf mehreren Kanälen übereinstimmend beschrieben werden.
Fazit: KI im HR ist kein Luxus – es ist ein Vorsprung
Wer jetzt anfängt, gewinnt. Die vorgestellten Tools sind praxiserprobt, erschwinglich und sofort einsetzbar. HR-Teams, die heute mit KI experimentieren, werden morgen schneller, präziser und attraktiver für Talente sein.
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