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Offline Corporate Influencing: Employer Branding ohne LinkedIn

Wenn Employer Branding ohne einen einzigen Like funktioniert

Corporate Influencing – das klingt fuer viele automatisch nach LinkedIn, nach Reichweiten-Dashboards und viralen Beitraegen. Doch was ist mit den Millionen von Mitarbeitenden, die nie einen Post veroffentlichen werden? Elisa Birekoven, Talent-Acquisition-Spezialistin bei der REWE Group, hat auf der 4INSIDER | SAATKORN Online Konferenz gezeigt, dass Employer Branding auch offline entsteht – unbewusst, authentisch und messbar wirkungsvoll.

Was ist Offline Corporate Influencing?

Offline Corporate Influencing beschreibt alle Formen der Arbeitgeberkommunikation, die ausserhalb digitaler Kanaele stattfinden. Der Begriff wurde von Elisa Birekoven gepraegt und zum ersten Mal auf LinkedIn unter diesem Namen veröffentlicht – mit fast 50.000 Impressions bei damals unter 3.000 Followern.

Birkenkofen unterscheidet drei Auspraegungen:

  • Unbewusstes Sichtbarmachen durch Merch: Wer REWE-Socken beim Sport traegt oder ein Firmen-Hoodie im Alltag, kommuniziert als Markenbotschafter – ohne es aktiv zu planen.
  • Informelles Empfehlen im Freundeskreis: Wer am Samstagabend begeistert von einem laufenden Projekt erzaehlt, schafft Employer-Branding-Momente, die kein Content-Team steuern kann – und genau das macht sie so authentisch.
  • Bewusstes Auftreten auf Veranstaltungen: Messebesuche, Hochschul-Events, Fachkongresse – hier werden Mitarbeitende zu gezielten Markenbotschaftern mit direktem Recruiting-Impact.

Warum reicht LinkedIn allein nicht aus?

Nicht jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter moechte auf LinkedIn aktiv sein. Gerade in Unternehmen wie der REWE Group – mit rund 380.000 Beschaeftigten, vom Marktmitarbeitenden bis zur Zentralenfachkraft – ist Social Media fuer viele kein natuerlicher Kanal. Offline Corporate Influencing schliesst diese Luecke.

Das Herzstuck eines Lebensmitteleinzelhaendlers sind die Maerkte. Die Kolleginnen und Kollegen dort sind taeglich im direkten Kontakt mit Kundinnen und Kunden, mit potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern. Ihr Auftreten, ihre Haltung, ihre Erzaehlungen – all das praegt die Arbeitgebermarke.

Praxisbeispiel: REWE Group Voices – Online und Offline vereint

Das Corporate-Influencer-Programm REWE Group Voices wurde Ende 2023 gestartet und umfasst mittlerweile 20 Botschafterinnen und Botschafter aus allen Geschaeftsbereichen – von Penny uber toom Baumarkt bis zur DER Touristik. Das Programm verbindet bewusst digitale und analoge Sichtbarkeit:

  • Spezifischer Programm-Merch (T-Shirts, Hoodies, Tassen, Mousepads) staerkt das Community-Gefuehl und erzeugt Sichtbarkeit im Alltag.
  • Auftritte auf Fachmessen wie der Zukunft Personal schaffen direkten Kontakt zu Talenten.
  • Interne Vernetzung durch regelmaessige Offline-Treffen festigt den Zusammenhalt und die Programmbindung.

Best Practice: Peek & Cloppenburg – 21.000 Personen erreicht

Noch konkreter wird der Impact beim Brand-Ambassador-Programm von Peek & Cloppenburg Duesseldorf. Das Programm unterscheidet drei Rollen: LinkedIn Pro, Speaker und Social & Co-Recruiter – von denen sich zwei explizit auf Offline-Aktivitaeten fokussieren.

Messen & Events58 Veranstaltungen im Jahr
Vortraege20 Speaker-Auftritte
Erreichte Personenca. 21.000
Bewerbungenknapp 2.000
Einstellungen35 direkt zurechenbar

Diese Zahlen zeigen: Offline Corporate Influencing ist kein Nice-to-have, sondern ein messbarer Recruiting-Kanal.

Herausforderungen beim Offline-Ansatz

Die Integration von Offline-Elementen in Corporate-Influencer-Programme bringt spezifische Anforderungen mit sich:

  • Messbarkeit: Waehrend Online-Metriken direkt verfuegbar sind, erfordert Offline-Tracking gezieltes Vorgehen – z.B. Bewerbungsquellen nach Messen systematisch erfassen.
  • Budget: Merch, Reisekosten und Veranstaltungsteilnahmen muessen eingeplant werden.
  • Fuehrungskraefte-Support: Freistellungen fuer Speakings und Messen muessen prozessual geregelt sein.
  • Klare Prozesse: Corporate Influencer brauchen Orientierung – wer muss bei einer Anfrage informiert werden, wer genehmigt?

Fazit: Employer Branding passiert ueberall

Employer Branding ist kein Kanal. Es ist eine Haltung – und die zeigt sich taeglich: in Gespraechen, auf Veranstaltungen, beim Sport, am Geburtstagstisch. Offline Corporate Influencing macht dieses Potenzial sichtbar und nutzbar. Die besten Markenbotschafterinnen und Markenbotschafter sind jene, die nicht gefragt werden muessen, weil sie es aus Ueberzeugung tun.

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