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Zwischen Algorithmus und Mindset

Wir Menschen (aus HR) als Anker im KI-Wandel

KI verändert alles – aber der Mensch bleibt der Anker

Neue Tools, neue Prozesse, neue Anforderungen: Der KI-Wandel in Unternehmen ist real und unaufhaltsam. Doch was oft vergessen wird: Technologie allein transformiert keine Organisation. Heidemarie Haberl-Glantschnig, Gründerin von Sprungkraft Consulting, 32-fache österreichische Rudermeisterin und Mindset-Expertin, hat auf der HR Online Konferenz gezeigt, warum HR in dieser Phase eine Schlüsselrolle einnimmt – und warum das richtige Mindset genauso wichtig ist wie das richtige Tool.

Die Rechnung, die viele vergessen

Wer 40.000 Euro in neue KI-Tools investiert, braucht mindestens genauso viel Budget, um die Menschen auf dem Weg mitzunehmen. Diese Aussage stammt von einem KI-Experten, der im österreichischen Bundesministerium und in Unternehmen arbeitet.

Technische Implementierung ist planbar. Aber die mentale Transformation der Belegschaft? Die braucht ein anderes Framework.

Das Eisberg-Modell: Warum Verhaltensänderung allein nicht reicht

Viele Veränderungsprozesse setzen auf der Verhaltensebene an: Schulungen, Vereinbarungen, neue Prozesse. Das ist wichtig. Aber das Eisberg-Modell zeigt, was darunter liegt: Gedanken, Überzeugungen, Gefühle, Bedürfnisse, Werteprägungen. Diese Tiefenstruktur der Persönlichkeit ist die eigentliche Power-Ebene. Und sie wird bei KI-Transformationen häufig übersehen.

Im Spitzensport ist das längst bekannt: Den entscheidenden Unterschied macht das Mindset. Nicht nur das Training, nicht nur das Equipment. Sondern das, was innen los ist.

Glaubenssätze rund um KI – die unterschätzte Kraft

Was glauben eure Mitarbeitenden eigentlich über KI? Typische Glaubenssätze, die in Unternehmen wirken:

  • Hinderliche Glaubenssätze: „KI wird meinen Job ersetzen.“ – „Das ist mir alles zu komplex.“ – „Meine Expertise verliert an Wert.“
  • Hilfreiche Glaubenssätze: „KI nimmt mir Routineaufgaben ab.“ – „Ich kann Neues lernen.“ – „Meine menschliche Urteilskraft bleibt unersetzlich.“

Je besser HR-Teams diese Glaubenssätze kennen und verstehen, desto gezielter können sie Menschen begleiten und Veränderungsprozesse wirksam gestalten.

Die Lektion aus dem Rudersport: Das beste Wetter ist das, das heute da ist

Magdalena Lobnik, Bronzemedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Tokio, hat in einem Rennen, das über sechseinhalb Minuten dauerte und auf den letzten 20 Sekunden zwischen vier Booten entschieden wurde, gezeigt: Der Unterschied entsteht nicht durch perfekte Bedingungen. Er entsteht durch das Mindset.

Übertragen auf die KI-Transformation bedeutet das: Nicht auf die perfekte Toollandschaft warten. Nicht auf den optimalen Zeitpunkt. Das beste Mindset ist das, das mit den Bedingungen arbeitet, die heute da sind.

„Das beste Wetter ist das, was heute da draußen ist.“

Drei Impulse für HR-Teams im KI-Wandel

1. Bei sich selbst beginnen Welche eigenen Glaubenssätze beeinflussen das Handeln als HR-Verantwortliche? Wer Menschen im KI-Wandel begleiten will, muss zuerst den eigenen Anker kennen.
2. Glaubenssätze im Team sichtbar machen Durch gezielte Gespräche, Formate und Reflexionsangebote herausfinden, welche Überzeugungen die Belegschaft zum Thema KI hat. Wer dagegen ist, hat meistens einen Grund – der es wert ist, verstanden zu werden.
3. Hilfreiche Glaubenssätze formulieren Veränderung beginnt nicht mit dem Wegnehmen alter Überzeugungen, sondern mit der Frage: Was möchten wir stattdessen glauben? Welcher Glaubenssatz hilft unserem Team, den nächsten Schritt zu gehen?

Fazit: HR ist die entscheidende Brücke

KI-Transformation ist keine rein technische Aufgabe. Sie ist eine menschliche Aufgabe. Und HR ist die Funktion, die beides verbinden kann: die Werkzeuge und das Mindset, die Strategie und die Menschen, die sie umsetzen sollen. Wer jetzt in Mindset-Arbeit investiert, legt das Fundament für eine nachhaltige Transformation.

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