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Video Asset Management – quo vadis?


Video Asset Management ist ein Teilgebiet des Media Asset Managements (MAM) bzw. des Digital Asset Managements (DAM). Es geht also um die Verwaltung und Verteilung von digitalen Media-Assets, aber eben nur um den Teil der Videos. Doch warum ist das Thema ein eigenes Buzzword wert? Es liegt zum einen an der Wucht, mit der das Thema Video alle Bereiche im Marketing beeinflusst. Zum anderen bringen Bewegt-Bilder Eigenschaften mit sich, auf die man bei der Verwaltung und Bereitstellung gesondert eingehen muss.

Bedeutung für das Marketing

Im Nutzerverhalten der Konsumenten nehmen Video-Formate immer mehr Raum ein. So geben 85% der 30-49-jährigen an, dass sie wöchentlich Online Video-Angebote nutzen.[1] Kaum mehr ein Social Media Post, der ohne einen Clip auskommt, kaum mehr ein Foto, das nicht als „Live Photo“ geschossen wird, um der Dynamik des jeweiligen Motivs gerecht zu werden.

Auch in den meisten Unternehmen ist das Thema nicht mehr wegzudenken. 86 % der Unternehmen setzen Videos bereits als Marketinginstrument ein. Ein großer Teil der Marketing-Experten (92 %) schätzt Video als “wichtigen Teil” ihrer Marketingstrategie.[2] Und als ob diese Zahlen noch nicht beeindruckend genug sind: Was war die meistbesuchte Seite in 2021? Na klar, TikTok![3]

Es ist daher unumgänglich, dass man sich als Unternehmen mit dem Thema auseinandersetzt und sich Strategien überlegt, wie man seinen eigenen Video-Content verwaltet und distribuiert.

Anforderungen an Video Asset Management Tools

Wenn man nach dem Begriff „Video Asset Management System“ sucht, wird schnell klar, dass das Herzstück für die Verwaltung dieses Contents in der Regel ein Digital Asset Management (DAM) System ist. Doch was muss solch ein System leisten, damit es auch den Besonderheiten des Video-Contents gerecht wird?

Der wohl wichtigste Unterschied zu Dokumenten oder auch statischen Bild-Dateien ist die signifikant größere Datenmenge, die bei Videos verarbeitet werden muss. Denn letztendlich sind Videos nichts anderes als aneinandergereihte statische Bilder, die in schneller Abfolge abgespielt werden. So kann man leicht den Multiplikator bei der Datenmenge erklären.

Neben dem Storage-Bedarf ist bei Videos damit aber auch die Problemstellung verbunden, wie man den Content zum jeweiligen Empfänger gestreamed bekommt. Content Delivery Networks (CDNs) sind ein probates Mittel, um die Daten im DAM zu behalten, aber über Links den verschiedenen Subscribern einen Zugriff zu gewähren. Dafür erstellt man im DAM einen Link oder generiert einen Embed-Code, den man auf seiner Zielseite, etwa einem Online-Magazin oder einem Blog-Artikel wiederum einbinden kann. Letztendlich kann der Empfänger den Video-Content so auf der Ziel-Seite abrufen. Das CDN kümmert sich im Hintergrund um eine Bereitstellung auf einem Server des Networks in der Nähe des Empfängers, um Latenzprobleme zu minimieren. Und selbst wenn das ursprüngliche Video-Asset im DAM verändert wird, bleibt der Link in der Regel erhalten und es ist sichergestellt, dass der Konsument immer die aktuelle Version des Videos angezeigt bekommt.

Um den Benutzern eines DAMs durchgehende Workflows anzubieten, ist außerdem die Bereitstellung einer API wichtig. Diese sollte auch die Anwendungsfälle für Video-Content unterstützen. Dadurch kann der Content automatisiert an andere Systeme ausgeleitet oder über Plug-Ins direkt in der Applikation für die Video-Bearbeitung bereitgestellt werden. Und das ohne der Producer das Tool seiner Wahl verlassen muss.

Künstliche Intelligenz im Video Asset Management

Eine deutliche Weiterentwicklung hat das Thema Video Asset Management nicht zuletzt dadurch erfahren, dass auf Basis von künstlicher Intelligenz neue Werkzeuge bereitgestellt werden können, die früher nicht denkbar waren.

KI-Modelle sind mittlerweile in der Lage, zuverlässig Metadaten für Video-Content zu generieren. Dieses umfasst neben Stichwort-Generierung, Text- und Gesichtserkennung auch die automatische multilinguale Transkript-Erstellung. All diese Mechanismen sind sicher noch nicht perfekt ausgereift und liefern nicht immer ready-to-use Informationen. Dennoch helfen sie enorm, damit der Content leicht bei einer Suche gefunden wird. Außerdem reduzieren sich manuelle Aufwände für die Verschlagwortung, die Transkription und Übersetzung drastisch.

Auch das Feature zur dynamischen Konvertierung des Pixel-Formats eines Videos gewinnt an Bedeutung. Mit immer mehr Video-Konsum auf Handy-Displays verschiebt sich das Nutzerverhalten hin zu Vertical Videos. Auch der Erfolg von Mobile Vertical Video Marketing ist belegt.[4] KI ermöglicht dabei, responsive zum Endgerät des Empfängers Video-Dateien aufzubereiten und wiederzugeben und dabei den Fokus auf den inhaltlich relevanten Teil zu setzen und nicht etwa einen statischen Beschneidungsrahmen anzuwenden.

Aber das Editieren von Videos geht mit Hilfe der KI wesentlich weiter als das bloße Cropping. Gerade das automatisierte Verändern des Contents ist ein Bereich, der in den falschen Händen zwar Böses anrichten kann. (Man denke nur an den Schaden, den Deepfakes anrichten können). Aber umgekehrt kann man die Technologie auch gewinnbringend einsetzen, um z. B. Personen in einem Video zu anonymisieren, um das potenzielle Risiko zur Verletzung von Persönlichkeitsrechten zu minimieren.

Fazit

Der prozentuale Anteil von Video-Content beim Online-Marketing nimmt stetig zu. Daher ist es als Unternehmen unumgänglich, sich dem Thema explizit anzunehmen. Geeignet als zentrale Plattform für das Management des Video-Contents ist ein Digital Asset Management System, welches Funktionen bereitstellt, die insbesondere auf die optimale Verwaltung von Video-Formaten abzielen. Als Booster wirken dabei die neuesten Erkenntnisse aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, die gerade für Video-Content von immensem Nutzen sind.

[1] Quelle: https://de.statista.com/themen/107/online-videos/#dossierKeyfigures

[2] Quelle: https://www.wyzowl.com/video-marketing-statistics/

[3] Quelle: https://blog.cloudflare.com/de-de/popular-domains-year-in-review-2021-de-de/

[4] Quelle: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1094996820301420

Autor: Martin Reinheimer

Martin Reinheimer ist seit mehr als 15 Jahren als Consultant im DAM-Umfeld branchenübergreifend für Kunden der NUREG GmbH tätig. NUREG ist ein Medienunternehmen, das als Partner Marketing-Strategien und Markenpflege mit passenden Omnichannel-Maßnahmen unterstützt. NUREG bietet dabei Beratung und Dienstleitung in den Bereichen IT, Online- & Printproduktion, Fotografie und Creative an.